Wer zählt als Fachkraft in Berlin? Berliner Kindertagesförderungsverordnung

Berliner Kindertagesförderungsverordnung (VOKitaFöG) - § 11 i. V. m. § 10 KitaFöG

In Berlin regelt die Kindertagesförderungsverordnung (VOKitaFöG) vom 04.11.2005 in Verbindung mit § 10 KitaFöG, wer als pädagogische Fachkraft in Berliner Kitas eingesetzt werden darf. § 10 KitaFöG ist die Fachkraft-Norm, § 11 VOKitaFöG die Konkretisierung: Hier sind die anerkannten Berufsabschlüsse und die Sonderregelungen für "geeignete Personen" abschließend gelistet.

Berlin rechnet Personalbedarf nicht über prozentuale Quoten, sondern über stellenanteilige VZÄ-Werte je Kind und Betreuungsumfang (Kita-Chancen-Programm und VOKitaFöG-Anlagen). Mit der KitaFöG-Reform Januar 2026 wurde der U3-Bereich personell verbessert; ein weiterer Schritt folgt am 1. August 2026. Ab 1. April 2026 gilt zudem eine deutliche Vereinfachung für Native Speakers in bilingualen Konzepten.

Wer zählt als Fachkraft in Berlin?

Folgende Berufsabschlüsse gelten in Berlin als sozialpädagogische Fachkraft im Sinne der Berliner Kindertagesförderungsverordnung (VOKitaFöG) - § 11 i. V. m. § 10 KitaFöG:

  • Staatlich anerkannte Erzieher:innen
  • Staatlich anerkannte Kindheitspädagog:innen, Sozialpädagog:innen, Sozialarbeiter:innen
  • Anerkannte pädagogische Qualifikation auf DQR-Niveau 6
  • Für Personen nicht-deutscher Herkunft: Deutsch C1
  • Verwandte Berufsgruppen können nach Qualifizierung als Fachkraft anerkannt werden (§ 11 Abs. 2 Nr. 6 VOKitaFöG)

Ergänzungskraft, Drittkraft und weitere Kräfte

Berlin nennt Personen unterhalb der Fachkraftnorm "geeignete Personen" (§ 11 Abs. 3 VOKitaFöG) und unterscheidet drei Kategorien: (1) Native Speakers für bilinguale Konzepte (Nr. 1, ab 01.04.2026 ohne separates Anerkennungsverfahren), (2) Personen in Vorbereitung auf die Nichtschüler:innenprüfung (Nr. 2) und (3) "Sonstige geeignete Personen" mit verwandten Berufsqualifikationen (Nr. 3, mindestens mittlerer Schulabschluss). Den "Drittkraft"-Begriff kennt Berlin nicht - operativ wird oft "pädagogische Ergänzungskraft" verwendet.

Mindestfachkraftquote in Berlin

Berlin hat keine prozentuale Mindestfachkraftquote. Die Personalausstattung wird stellenanteilig je Kind und Betreuungsumfang berechnet (VOKitaFöG-Anlagen, Kita-Chancen). Das Fachkraftgebot steht in § 10 KitaFöG und verlangt grundsätzlich den Einsatz einer Fachkraft pro Gruppe; die übrigen VZÄ können über "geeignete Personen" abgedeckt werden, sofern Quereinstiegs-Voraussetzungen erfüllt sind.

Quereinstieg, PiA und Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Quereinsteiger:innen aus verwandten pädagogischen Berufen, Gesundheitsberufen oder Native Speakers absolvieren binnen des ersten Beschäftigungsjahres 96 Pflichtfortbildungsstunden (12 Tage). Die endgültige Anerkennung erfolgt nach mindestens 9 Monaten einschlägiger pädagogischer Praxis nach Erteilung des Anerkennungsbescheids. Eine berufsbegleitende Erzieher:innenausbildung ist parallel möglich. Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (Kita-Aufsicht); siehe erzieher-werden-in-berlin.de.

Tipp für Kita-Leitungen in Berlin

Native Speakers für bilinguale Konzepte können seit 1. April 2026 ohne separates Anerkennungsverfahren eingesetzt werden - das senkt den administrativen Aufwand für englisch-, türkisch- oder spanischsprachige Konzepte deutlich.

Vergleich mit anderen Bundesländern

Wer als Fachkraft zählt, regelt jedes Land eigenständig - die Unterschiede sind teils erheblich. In unserer Komplettübersicht aller 16 Bundesländer stehen Fachkraft-Definition, Quereinstiegs-Wege und VO-Quellen pro Land nebeneinander.

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