Funktionen des Bewusstseins
Beobachtbar im Alltag, keine Diagnose
ICF-CY Codes suchen, nach Altersbereich und Komponente filtern und aus beobachtbaren Kita-Situationen eine verständliche Dokumentation erstellen. Der kostenlose Codefinder richtet sich an pädagogische Fachkräfte und Kita-Leitungen.
Privat und lokal: Deine Eingaben und Texte verlassen dein Gerät nicht und werden nicht gespeichert.
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Merke einen Code, um deinen Dokumentationstext zu erstellen.
Die ICF ist die internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit. Ihre frühere Kinder- und Jugendfassung ICF-CY hilft dabei, nicht nur eine Beeinträchtigung, sondern auch Aktivitäten, Teilhabe und Umweltbedingungen gemeinsam zu betrachten. Die ICF-Klassifikation ordnet ihre Inhalte vier Komponenten zu:
b - Körperfunktionen
Körperliche und mentale Funktionen. Für die Kita nur relevant, soweit sie sich im Alltag beobachten lassen - keine Diagnose.
s - Körperstrukturen
Anatomische Teile des Körpers. s-Codes sind bewusst nicht Bestandteil dieses Kita-Codefinders.
d - Aktivitäten und Teilhabe
Was ein Kind im Alltag tut und wie es an Situationen in der Kita teilhat.
e - Umweltfaktoren
Bedingungen im Umfeld, die als Barriere wirken oder das Kind als Förderfaktor unterstützen.
2012 beschloss die WHO die Zusammenführung von ICF-CY und ICF. Der WHO-Beschluss zur Zusammenführung von ICF-CY und ICF (2012) dokumentiert diese Entscheidung. Inzwischen ist die ICF-CY vollständig in die ICF integriert und wird nicht mehr separat gepflegt. In der deutschen Kita-Praxis ist der Begriff durch kommunale Formulare weiterhin üblich. Dieses Tool nutzt die kindbezogenen Kategorien der deutschen Alterschecklisten. Die amtliche deutsche ICF und Hinweise zur Klassifikation stellt das BfArM bereit.
Gute ICF-Kodierung beginnt mit einer konkreten Beobachtung. Beschreibe, was in einer Situation sichtbar wird, statt das Kind zu bewerten. Beurteile die Beobachtung immer im Vergleich zum durchschnittlichen Entwicklungsstand der jeweiligen Altersgruppe.
Nach der Dresdner Arbeitshilfe gilt: Wenn du einen vier- oder fünfstelligen Code
auswählst, nennst du zusätzlich immer den dreistelligen Obercode. Bei
d1331 gehört also auch
d133 in die Liste. Andere Untercodes
lässt du weg, wenn sie nicht zur Beobachtung passen.
Es gibt keine allgemeine Mindest- oder Höchstzahl. Wähle so wenige Codes wie möglich und so viele wie für Beobachtung, Teilhabe und Zielplanung nötig. Kommunale Formulare können zusätzliche Vorgaben machen.
Die offizielle ICF sieht Beurteilungsmerkmale vor. Viele Kita-Formulare arbeiten ohne sie. Im Codefinder ist das Beurteilungsmerkmal deshalb optional. Wenn deine Vorgabe es verlangt, gilt diese unveränderte Skala:
| Zahl | Bedeutung | Prozentbereich |
|---|---|---|
| 0 | kein Problem | 0-4 % |
| 1 | leicht | 5-24 % |
| 2 | mäßig | 25-49 % |
| 3 | erheblich | 50-95 % |
| 4 | voll | 96-100 % |
Umweltfaktoren werden in zwei Richtungen beschrieben. Ein Punkt markiert eine Barriere
von .0 bis
.4. Ein Pluszeichen markiert einen
Förderfaktor von +0 bis
+4. Derselbe Umweltfaktor kann je nach
konkreter Situation unterschiedlich wirken.
Ein ICF-CY Fallbeispiel wird nachvollziehbar, wenn Beobachtung, Code und Teilhabeziel klar getrennt bleiben. So kann ein Anwendungsbeispiel aus dem Morgenkreis aussehen:
1. Beobachtung
Das Kind benennt im Morgenkreis bekannte Gegenstände mit einzelnen Wörtern. Zwei Wörter verbindet es beim freien Erzählen noch nicht zu einem kurzen Satz.
2. Code zuordnen
Die Beobachtung gehört zu d133 Sprache erwerben. Wird die tiefere Kategorie d1331 verwendet, wird d133 nach der Kodiertiefe-Regel zusätzlich genannt.
3. SMART-Teilhabeziel
Bis zum nächsten Entwicklungsgespräch verbindet das Kind beim Erzählen im Morgenkreis zwei Wörter zu kurzen Sätzen.
Fertige ICF-Vorlagen für Förderplan, Entwicklungsbericht und Teilhabebericht findest du im Inklusions-Doku-Paket.
Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland, Kommune und Träger. Prüfe deshalb immer die aktuelle Vorgabe deines Trägers, der Kommune oder des zuständigen Leistungsträgers.
Der verbindliche Teilhabe- und Förderplan orientiert sich an der ICF-CY, verlangt aber keine Codes. Beobachtungen werden beschreibend dokumentiert. Maßgeblich ist die offizielle Anleitung zum Berliner Teilhabe- und Förderplan.
Die Dresdner Arbeitshilfe fragt keine Ausprägungsgrade ab - der Grad soll aus der Beschreibung hervorgehen. Bei tieferen Codes wird der dreistellige Code immer zusätzlich genannt. Eine Mindest- oder Höchstzahl an Codes legt die Arbeitshilfe nicht fest. Details stehen in der Dresdner Arbeitshilfe 2023.
Manche Landkreise arbeiten mit Formularen entlang der Lebensbereiche D1 bis D9, ohne einzelne Codes abzufragen. Ein Beispiel ist der Kita-Förderplan des Landkreises Marburg-Biedenkopf.
Merke dir im Codefinder nur die relevanten Treffer und wähle „Liste drucken“. Im Druckdialog deines Browsers kannst du die Auswahl ausdrucken oder als PDF speichern. So erhältst du eine kompakte ICF-CY Checkliste PDF statt eines unübersichtlichen Gesamtkatalogs.
Es gibt keinen freien offiziellen deutschen Volltext. Die vollständige Übersetzung ist als Buch bei Hogrefe erschienen: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen (ICF-CY), Hogrefe. Frei verfügbar sind die ICF-CY-Alterschecklisten der DGSPJ.
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